Israel Studienreise 2018

Thierry Wey, BTh-Student

Am Tag nach unserer Heimkehr in die Schweiz fragte mich mein Bruder per SMS, wie Israel gewesen sei. Ich antwortete spontan mit: «Schön, spannend, erholsam, überraschend, kühl, sonnig, warm, dreckig, nass, berührend, lehrreich, neu, weiterbringend, bereichernd, abwechslungsreich, salzig, umstritten ...». Die unzähligen Eindrücke lassen sich weder in eine SMS-Nachricht noch auf eine Seite Papier quetschen. Doch hoffe ich, dass dieser Bericht zumindest ein paar davon veranschaulichen kann.
Neun volle Tage durften wir – eine entdeckungsfreudige Truppe von gut 50 Leuten – das «Heilige Land» erkunden und über seine Geschichte und allerlei Bezüge zur Bibel nachdenken. Sanft und sicher transportierte uns Atrasch (in Israel sind alle per du und sprechen sich mit Vornamen an), unser arabischer Busfahrer, durch Wüste, Gebirge und schmale Gassen. Sympathisch und äusserst kompetent erklärte uns Assaf Zeevi, der israelische Reiseleiter, Kultur, Geografie, Politik, Archäologie und sogar Theologie. Prof. Dr. Jacob Thiessen brachte uns Bibel und Theologie näher denn je, indem er die besuchten Orte direkt mit den Geschehnissen des Neuen Testaments verband – das sorgte täglich für Aha-Erlebnisse. Stimmig und prägnant ergänzt wurde jeweils von Pfr. Dr. Stefan Felber, Dozent für Altes Testament am Theologischen Seminar St. Chrischona.
Unsere Route durch das Land der Bibel folgte einer gewissen Chronologie: Wir starteten in der Wüste auf den Spuren Abrahams, passierten Jericho auf dem Weg nach Norden und widmeten uns im Gebiet Galiläa dem Leben und Wirken Jesu. Den Abschluss bildeten vier Übernachtungen und unzählbare Eindrücke in Jerusalem. Diese «Rundfahrt» war gespickt mit Besichtigungen von Ausgrabungsstätten, Naturphänomenen, Museen und immer wieder neuen kulinarischen Erlebnissen – zum Beispiel einem «Petrusfisch» am See Genezareth.
Es gab nicht eine Station, die es nicht wert wäre, davon zu erzählen. Aber ich möchte mich auf ein paar persönliche Höhepunkte beschränken. Die Ereignisse aus 1Mose 18,1-15 waren noch nie so lebendig wie in einem Beduinenzelt, als uns nach einer Einführung in das Wüstenleben der Bericht über Abraham und seine Gäste vorgelesen wurde. In einem solchen Zelt durften wir dann auch übernachten.
Besonders ermutigend war es, verschiedene Orte zu besuchen, die uns archäologische Begründungen für die Glaubwürdigkeit der Bibel liefern. So zum Beispiel die Qumran-Höhlen, in welchen zahlreiche Schriftrollen aus der Zeit vor Christus gefunden wurden, welche die korrekte Überlieferung des Alten Testaments bezeugen. Im Israelmuseum in Jerusalem durften wir Zeugnisse für die Könige Israels betrachten, die wir bereits aus den Vorlesungen kannten: Die Tel-Dan-Stele und das Jerusalem-Prisma des assyrischen Königs Sanherib. Im «Nazareth-Village» erhielten wir einen Eindruck des Alltagslebens zur Zeit Jesu, insbesondere wie damals gearbeitet wurde. Zu verstehen, wie man Getreide drosch, Wein kelterte und Öl presste, hilft uns, sowohl Gleichnisse als auch Begebenheiten des Neuen Testaments besser zu verstehen.
Nicht zu vergessen sind aber auch die vielen Impressionen des modernen Lebens in Israel – sowohl auf dem Land wie auch in den Städten Tel Aviv und Jerusalem.
Es war enorm schön, die Orte zu besuchen, an denen unser Retter Jesus Christus über diese Erde schritt. Noch gewaltiger dann der Abschluss am «Gartengrab», wo der zentrale Satz war: «Er ist nicht hier, er ist auferstanden.» Und er will hier und jetzt in unseren Herzen wohnen.
Für eine äusserst lehr- und erlebnisreiche Zeit wollen wir herzlich danken: Den Sponsoren, die uns Studierenden eine vergünstigte Reise ermöglichten, den theologischen Betreuern Jacob Thiessen und Stefan Felber, dem Reiseleiter Assaf Zeevi und dem Chauffeur Atrasch – «Ohne Atrasch rollt nichts.»

Provisorischer Termin der nächsten Israel-Studienreise der STH Basel: 03. bis 13. Februar 2020.


Fotogalerie