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| Immanuel-Verlag | |||
Verborgene
Trends der modernen Pädagogik Inhalt |
Die meisten Leser werden es vermutlich schon wissen: Die deutsche Schule, insbesondere die Grundschule, schneidet bei internationalen Vergleichen in der Regel schlecht ab. Die so genannte PISA-Studie hat noch einmal gezeigt, was andere, die mit offenen Augen durch die Welt reisen, schon längst wussten: Die deutsche Schule ist schlechter als ihr Ruf; das Lern- und Leistungsniveau bewegt sich steil nach unten. Kinder anderer Länder und Kulturen wissen und lernen meist wesentlich mehr. Ich weiss von vielen Familien, die ihre Kinder zu Hause unterrichten, in die Heimat zurückschicken oder gar (nach Dänemark oder Kanada) auswandern, nur weil sie nicht möchten, dass ihre Kinder in deutschen Schulen verkommen und verderben. Diese Familien wissen um die Misere der deutschen Schule, vor allem der Grundschule. Sie können es nur nicht ausformulieren und veröffentlichen. Die im Zusammenhang mit der Pisa-Diskussion überstürzt präsentierten Reformvorschläge zeigen, dass die Politiker weder den Charakter noch die Ursachen der Bildungsmisere kennen. Kindergartenpflicht, Lernförderung im Kindergarten, Schulpflicht mit fünf Jahren, Ganztagsschule, verstärkte Förderung von Ausländern und Benachteiligten, erhöhte Durchlässigkeit des Bildungssystems, neue Förderstufen, kleinere Klassen, weniger (!?) "Theorie" (bzw. Wissensvermittlung) und Frontalunterricht, mehr selbständiges oder selbstbestimmtes, erfahrungs- und handlungsorientiertes Lernen, mehr offener und Gruppen-Unterricht treffen nicht den Kern. Das soll an nur einem Beispiel gezeigt werden: Jeder Weltenbummler oder Fernsehzuschauer weiss, dass es in anderen Ländern und Kulturen, deren Schüler sehr viel mehr wissen und lernen, wesentlich grössere Klassen gibt. |
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Das ist in China, in Japan, in Ostafrika und in vielen anderen
Teilen dieser Welt so - und das war so in meiner Kindheit. Wir
waren damals bis zu 50 Kinder in der Grundschulklasse, und wir
haben wesentlich mehr gelernt als mein Sohn in einer halb so
vollen Klasse. |
Freilich sind die Kinder von heute anders als die Kinder der Nachkriegszeit. Doch die Politiker haben diese Veränderungen bewusst herbeigeführt, und nun klagen wir über deren Folgen. So haben wir z. B. die kostenlose Produktivkraft "Disziplin" abgeschafft, und nun stellen wir fest, dass wir uns die (vielen) Lehrer und die kleinen Klassen, die unruhige, unkonzentrierte und undisziplinierte Schüler brauchen, nicht leisten können. Die höchst abstrakten bildungspolitischen Ideen und Forderungen der politischen Elite, die in der Regel auf Reformen des institutionellen Rahmens zielen, helfen überhaupt nicht weiter, solange wir nicht die wirklichen Ursachen der Bildungsmisere kennen und solange wir nicht wissen, was und wie die Kinder in der (Grund-)Schule lernen. Die wirklichen Ursachen der deutschen Bildungsmisere werden in der aktuellen Diskussion kaum thematisiert. Dazu gehören meines Erachtens vor allem
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