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...Entgegen der Ansicht
einiger Theologen, die entweder die Anweisungen der Haustafel unter
dem Vorzeichen von V. 21 interpretieren oder sie als direkten
Widerspruch zu diesem Vers verstehen, stellen wir im folgenden die von
uns bevorzugte Deutung dar.
Paulus ruft zur Dienstbereitschaft in Passagen wie Gal 5, 13b und Phil
2, 3.4 auf. Ihm ist die Betonung einer demütigen Grundeinstellung so
wichtig, dass er sie in der letztgenannten Passage sogar mit dem
Verhalten Christi begründet. Der Sohn Gottes bestand nicht auf seinem
Recht, Gott gleich zu sein, wiewohl er dies hätte tun können,
sondern er nahm die Form eines Dieners an. In bewusster Kontemplation
der exemplarischen Erniedrigung ihres Herrn sollten die Gläubigen in
Philippi die charakterliche Qualität der Selbstlosigkeit dadurch
unter Beweis stellen, dass sie statt der eigenen die Interessen
anderer verfolgten.
Eine interessante Parallele zu Eph 5, 21 findet sich in 1. Petr 5, 5,
wo die Ermahnung «Ihr Jüngeren: seid den Ältesten untertan» sofort
durch eine weitere ergänzt wird: «Allesamt aber legt euch im Verkehr
miteinander das Dienstgewand der Demut an.» Petrus will die zweite
Ermahnung nicht in dem Sinne verstanden wissen, dass sie die erste
wieder aufhebt. Vielmehr meint er, dass sich der Dienst der Ältesten
in der Gemeinde im allgemeinen durch Demut auszeichnen sollte, auch
den jüngeren Gläubigen gegenüber. Das Prinzip der gegenseitigen
Hochachtung und Hilfsbereitschaft löst aber keineswegs die
Gemeindestruktur mit ihren unterschiedlichen Zuständigkeiten auf.
Deshalb gilt weiterhin, dass die jüngeren Gläubigen, und diese ganz
besonders, sich den Ältesten unterzuordnen haben. |
In Eph 5 sieht die Situation ähnlich aus. Auch hier steht die
Aufforderung zur gegenseitigen Unterordnung direkt neben der genaueren
Ausführung darüber, wie sich die unterschiedlichen Zuständigkeiten
in den verschiedenen Beziehungen untereinander auswirken sollen. Die
allgemeine Regel gilt: Gläubige sollten nicht selbstsüchtig auf
ihren eigenen Vorteil bedacht sein. Die Ehegatten sind demnach
angehalten, ihren Frauen die gebührende Wertschätzung
entgegenzubringen. Das Wohl der Kinder sollte den Eltern immer am
Herzen liegen. Selbst an der fürsorglichen Behandlung der Sklaven...
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