Portrait - Leitbild der STH Basel
Status und Ziel Die STH Basel ist eine Stätte wissenschaftlicher Forschung und Lehre im Bereich evangelischer Theologie. Mit Einwilligung des Kantons Basel Stadt verleiht sie den Titel eines Lizentiats der Theologie (lic. theol.). Mit dem Ziel, den Vorgaben der Bologna-Reform zu folgen, wird auf das System Bachelor / Master umgestellt. Die STH Basel vermittelt Studierenden die theologisch-wissenschaftlichen Grundlagen zum Pfarrberuf in einer Landes- oder Freikirche sowie zum Weiterstudium mit dem Ziel einer Promotion. Die Hochschule betreibt eine gezielte Förderung des akademischen Nachwuchses. Grundlage und Werte In der Tradition der Reformation und in Übereinstimmung mit der grossen Mehrheit der Weltchristenheit setzt die STH Basel in Lehre und Forschung axiomatisch das göttlich inspirierte Selbstzeugnis der Heiligen Schrift voraus: vere verbum Dei. Aus dieser Quelle empfängt sie ihre fundamentalen Werte. In grundsätzlicher Offenheit gegenüber Ansätzen unterschiedlicher Strömungen christlicher Theologie bemüht sich die STH Basel, in kritischer Auseinandersetzung mit den Prämissen historisch-kritischer Methodik im Sinne reformatorischer theologia crucis eine im Vergleich zu den staatlichen Fakultäten im deutschsprachigen Bereich alternative Form von Theologie zu entwickeln. Sie begegnet der Heiligen Schrift mit Offenheit und Respekt, verzichtet auf Sachkritik an den biblischen Aussagen, erforscht mit wissenschaftlicher Gründlichkeit deren Bedeutung und bedenkt deren Relevanz für die gegenwärtige Situation von Kirche und Gesellschaft. In ihrer wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Heiligen Schrift achtet sie auf eine Adäquatheit von Methode und Gegenstand. Sie folgt damit der philosophisch-hermeneutischen Einsicht, dass die wahre Methode das Tun der Sache selbst ist sowie dem reformatorischen Grundsatz des scriptura sui ipsius interpres (Die Schrift legt sich selbst aus). Da keine Methode oder theologische Richtung das Geheimnis der Gottesoffenbarung völlig auszuloten vermag, versteht sie gemäss den neueren hermeneutischen Einsichten die Forderung nach verschiedenen Interpretationszugängen zur Schrift als im Ansatz richtig und verpflichtet sich zu Transparenz und kritischer Reflexion ihrer methodischen Ansätze und Grundüberzeugungen. Das Kuratorium, der Lehrkörper und die Studierenden der Hochschule gehören verschiedenen evangelischen Kirchen und Denominationen an. Sie sind verbunden durch den Glauben an Jesus Christus sowie im Vertrauen und Bekenntnis zum Wort Gottes Alten und Neuen Testaments. An der STH Basel ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau gegeben. Aufbau des Studiums Der mindestens fünfjährige zweistufige Aufbau des Studiums gliedert sich in einen Bachelor- und Masterstudiengang. Die Leistungen im modularisierten Studienangebot werden ECTS-konform angerechnet. Thematisch und formal entspricht der Aufbau des Studiums im Grossen und Ganzen den bewährten Traditionen universitärer Ausbildung. Hebräisch und Griechisch als biblische Grundsprachen werden als Grundvoraussetzung für exaktes wissenschaftlich-philologisches Arbeiten vergleichsweise überdurchschnittlich gefördert und gefordert. Auch Aramäisch, Koran-Arabisch und Akkadisch können auf Wunsch belegt werden. Im Bereich der exegetischen und historisch-systematischen Theologie werden die Studierenden mit der Methodendiskussion und Forschungsgeschichte kritischer, konservativer und evangelikaler Theologien konfrontiert. In der Praktischen Theologie wird eine Verbindung zu den konkreten Handlungsfeldern der Kirche gesucht. Eine permanente Optimierung von Lehrbetrieb und Studium wird durch ein internes Qualitäts-Management sichergestellt. Studierende Die STH Basel vertritt die pädagogischen Grundsätze des kommunikativen Lehrens und Lernens. Fragen, Widerspruch und Diskussion werden als lernaktivierende Faktoren eingestuft. Sie dienen der eigenen Meinungsbildung und motivieren zu kritischer Arbeit, die auch vor zeitgenössischen Selbstverständlichkeiten nicht Halt macht. Demgemäss erwartet die Hochschule von den Studierenden die Bereitschaft und Fähigkeit, andere Meinungen zu erfassen und offen und respektvoll mit denselben umzugehen. Die eigenen Standpunkte sind klar und kommunikativ zu vertreten und zu kommunizieren. Bedingung für die Zulassung zum Studium ist die allgemeine Hochschulreife (Maturität/Abitur). Im Lauf des Studiums erwerben die Studierenden inhaltliche und methodische Grundkenntnisse in den verschiedenen Bereichen der Theologie. Exemplarisch erarbeiten sie sich exegetische, biblisch-theologische, historische, philosophische, systematische, ethische, religions- und missionswissenschaftliche, praktisch-theologische sowie sprachlich-kommunikative Kompetenzen, die sich weltweit auf verschiedenen Tätigkeitsfeldern bewähren können. Die Betreuung der Studierenden erfolgt individuell durch die Begleitung von Studienarbeiten oder persönliche Gespräche. Als geistig zentraler und am Evangelium orientierter Disziplin eignet der Ausbildung in biblischer Theologie immer auch die Dimension der Persönlichkeitsbildung im umfassenden Sinne. Theologisches Arbeiten erfordert Leistungsbereitschaft und geschieht in Verbindung mit der Förderung christlicher Spiritualität. Praktische Einsätze in Kirchgemeinden und sozialen Einrichtungen erinnern an den "Sitz im Leben" aller theologischer Disziplinen. Dozierende Die STH Basel verfügt über fest angestellte Professoren unterschiedlicher kirchlicher und theologischer Provenienz. Voraussetzung für eine Festanstellung ist eine Bewährung in Forschung und Lehre an der STH Basel oder an einer anderen Theologischen Hochschule. Die Forschungstätigkeit der Dozierenden umfasst grundsätzlich alle Gebiete der Theologie. Entsprechend den Grundlagen und Werten der STH Basel bilden exegetische und biblisch-theologische Studien einen besonderen Forschungsschwerpunkt. Die Hochschule verlangt, dass die Dozierenden die Studierenden durch fachliche, didaktische und menschliche Kompetenzen aktivieren, fördern und zum Lernerfolg motivieren. Da etliche Professoren und vor allem Gastdozierende während längerer Zeit auch in Kirche, Schule, Psychiatrie, Wirtschaft usw. engagiert waren oder sind, ist die Freude an Leistung und praktischer Verantwortung laufend präsent. Der Mitarbeit von Gastdozierenden aus unterschiedlichen Ansätzen von Theologie und Kirche sowie aus anderen Wissenschaften wird grosse Bedeutung beigemessen. Organisation Im Auftrag der Immanuel-Stiftung verantwortet das Kuratorium die strategische Leitung und Aufsicht. Die operative Führung und wissenschaftliche Verantwortung obliegen dem Rektorat bzw. der Hochschulkonferenz. Die Studierenden organisieren sich selbst und vertreten ihre Anliegen in regelmässigen Gesprächen mit dem Rektor. Finanzen Die Hochschule finanziert sich seit ihrer Gründung im Jahr 1970 durch laufende Spenden und Studiengebühren. Das eigene Unterrichtsgebäude in Riehen BS ist das gewichtigste Aktivum der Stiftung. Die STH Basel arbeitet mit einem Finanzplan von fünf Jahren. Kooperationen Die STH Basel pflegt institutionelle und persönliche Kooperationen mit anderen Hochschulen und deren Dozierenden. Sie pflegt Kontakte mit Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft und weltweit tätigen christlich-karitativen Organisationen. Ihre Studierenden sind in hochschulübergreifenden Netzwerken integriert. Riehen, 18. Juli 2008 Das Kuratorium der STH Basel |