Jahrestreffen 6. Juni 2011

Bericht von Mirjam Müller

Eine Woche vor Pfingsten war es wieder soweit: Wie alle Jahre wieder, gab es für die Ehemaligen der STH Basel die Gelegenheit, ihre alte Ausbildungsstätte für einen Tag zu besuchen, alte und neue Studienkollegen zu treffen und nach kürzerer oder längerer Abwesenheit von der STH Basel wieder einmal etwas „Vorlesungsluft“ zu schnuppern. So trafen sich am Montag, 06. Juni 2011, ca. 30 Ehemalige zum diesjährigen Ehemaligentreffen in Riehen.
Nach einer lockeren Begrüßung zwischen Kaffee, Guezli und Kuchen mit herzlichen Wiedersehen und liebevoller Aufnahme der „neuen“ Ehemaligen trafen wir uns im Hörsaal 1/2 zum offiziellen Teil des Tages. So standen zunächst einige aktuelle Informationen über die Entwicklungen an der STH Basel auf dem Programm. Dabei berichtete Jacob Thiessen beispielsweise von der Erweiterung des Lehrkörpers um Prof. Dr. Johannes Schwanke und von der Entwicklung der Buchreihe „Studien zu Theologie und Bibel“ (STB) beim LIT Verlag. Außerdem wies er auf die Anpassung und Umverteilung der Lehrveranstaltungen im Bachelor- und Masterprogramm hin, die u. a. aufgrund von Studierendenrückmeldungen vorgenommen wurden. Neu ist dabei zum Beispiel, dass die Katechetik bereits im Bachelor-Studiengang geboten wird, während Griechisch II in das Masterstudium verlegt wurde. Es werden u. a. Wahlveranstaltungen geboten, die sich auch zum Besuch für Außenstehende eignen. Generell sei an dieser Stelle gesagt, das gerne Vorlesungen auch als Weiterbildung besucht werden können.
Zum Stand der Akkreditierung informierte uns Stefan Schweyer: Nachdem inzwischen der erste Schritt, nämlich die Vorprüfung, abgeschlossen und erfüllt ist, läuft momentan der zweite Schritt, der eigentliche Akkreditierungs-Prozess. Dazu gehört zunächst eine Phase der Selbstbeurteilung, nach der im November dieses Jahres dann eine Gruppe von Experten an die STH Basel kommt, um sich persönlich ein Bild zu machen. Nach dem Besuch verfasst das Experten-Team einen Abschlussbericht, der zuhanden einer Entscheidung über die Akkreditierung der STH Basel weitergeleitet wird.
Ein weiterer interessanter Punkt des ersten Programmteiles war dann die Vorstellung des neuen Corporate Designs der STH Basel. So gibt es ein neues, schlichtes Logo, und auch die Postille erhält neben einer neuen Aufmachung den neuen Namen „STHPerspektive“.
Bevor wir zum nächsten Teil des Vormittages kamen, lud Jacob Thiessen noch dazu ein, Studierende zu einem Einsatz (z.B. in der Gemeinde) einzuladen. Dies als gute Möglichkeit, aktive Studierende kennen zu lernen und die Arbeit der STH Basel im eigenen Dienst vorzustellen. Als Gebetsanliegen gab er weiter, für genug Spenden und viele Neuanmeldungen zu beten.

„Mehr als alles behüte Dein Herz“ (Spr 4,23)
Unter dieser Überschrift stand der Vormittagsvortrag von Monika Kuschmierz, ebenfalls einer STH-Absolventin. Monika Kuschmierz ist momentan beim Bund FEG Deutschland ehrenamtlich in der Bundesleitung tätig und hält darüber hinaus Gastvorlesungen an der Bibelschule Wiedenest. Ab November diesen Jahres wird sie zudem beim Bibellesebund in die Europa-Leitung einsteigen, bei dem sie auch schon früher viele Jahre in anderen Bereichen tätig war.
Zunächst ging Monika Kuschmierz kurz auf die allgemeine Bedeutung des Herzens ein: Sie beschrieb es als unsere Wesensmitte, die Auswirkungen auf alles hat, was wir tun und denken und insbesondere auch auf unsere Beziehung zu Gott. Doch gerade unser Herz, so führte sie weiter aus, werde mannigfaltig herausgefordert. Zum Beispiel durch bewusste Tabubrüche oder zerstörerische Inhalte in den verschiedenen Medien, aber auch durch andere Menschen oder gar uns selber. Deshalb sei es ganz wichtig, dass wir unser Herz, diesen wertvollen und kostbaren Schatz, behüten. Dies bedeute jedoch nicht, nichts mehr an sich heran zu lassen, gleichgültig oder verengt und kleinkariert zu werden. Es sei vor allem eine Frage des Vertrauens: „Traue ich Jesus, der mich hält, zu, dass er auch mein Herz halten und verändern kann?“
Anhand von Paulus zeigte Monika Kuschmierz dann auf, wie dies konkret geschehen kann: In verschiedenen Versen des 2. Korintherbriefes (z.B. 2. Kor 1,8) lesen wir davon, dass Paulus furchtbare äußere Umstände erlebte. Er berichtet uns offen darüber, dass Paulus „am Leben verzweifelt“ war. Auch wir dürfen dies mal sein. An verschiedenen Stellen können wir sehen, dass auch Paulus mit Entmutigung zu kämpfen hatte. Trotz allem aber sorgte er sich immer um die Gemeinden und betont in 2. Kor 4,1 und 16 gleich zweimal, dass sie nicht mutlos würden!
Woher aber nahmen Paulus und seine Mitarbeiter diese Zuversicht? Dazu malte uns Monika Kuschmierz anhand verschiedener Stellen aus dem 2. Korintherbrief fünf gute Gründe vor Augen, nicht mutlos zu werden. Erstens machte sich Paulus immer wieder seinen Auftrag bewusst, nämlich die Verkündigung der BESTEN Botschaft der Welt. Der Blick auf die Bedeutung und den Inhalt der Botschaft, die wir verkündigen dürfen und sollen, geht leicht im Alltag verloren. Deshalb sollten wir immer wieder innehalten und überlegen, wie wir unsere Beziehung zu Gott auffrischen und wieder neue Begeisterung für die Botschaft bekommen können. Des Weiteren rechnete Paulus nicht mit seiner eigenen Kraft, sondern mit der Größe Gottes (vgl. 2. Kor 4,7). Gott selbst trägt die Verantwortung. Wenn wir unser Bestes getan haben, dürfen wir es ruhig Ihm in die Hände geben!
Ein weiterer Grund, nicht mutlos zu werden, ist die Ermutigung, die Paulus durch andere Menschen erfährt (vgl. 2. Kor 7,6ff). So können auch wir uns sowohl durch andere Menschen ermutigen wie auch uns von Gott gebrauchen lassen, um andere Menschen zu ermutigen. Der vierte Grund ist dann, in mit Paulus Hoffnung auf die Ewigkeit zu finden, an die ihn der Heilige Geist erinnert: Der Blick der Ewigkeit kann auch die Sicht auf unsere persönliche Situation sehr verändern. Denn Gottes Sicht ist eine andere als die unsere. Wir brauchen nicht mutlos zu werden, weil es noch mehr als diese Leben gibt. Als fünften und letzten Grund nannte Monika Kuschmierz dann Paulus' Wissen darum, dass sein Dienst nicht vergeblich war (vgl. 1. Kor 15,58): Gott ist es, der sich in unserer Schwachheit einsetzt und sich verherrlicht!
Zum Abschluss las uns Monika noch ein sehr eindrückliches, selbst formuliertes Gebet zum Psalm 23 vor, das „Gebet eines kleinen Hirtens“. „'Das Herz behüten' bedeutet: lebendig mit Gott leben, sich bewusst sein: Er lebt und wirkt in uns!“
Nach diesem sehr erbaulichen Vortrag hieß es dann, sich etwas die Beine zu vertreten, nämlich auf dem Weg zum neuen Gemeindezentrum der FEG Riehen. Dort gab es ein sehr feines Mittagessen, was zudem geprägt war von guten Gesprächen und einem herzlichem Miteinander. Deshalb startete dann auch das Nachmittagsprogramm, bei dem es wieder ums Herz ging, mit etwas Verspätung.