Jahrestreffen 25. Mai 2009

Ein Bericht von David Gysel

Da nahmen sich also am 25. Mai 2009 rund 30 Absolventen und Absolventinnen der STH Basel die Zeit, sich wieder einmal am Mühlestiegrain in Riehen einzufinden, zu diskutieren, Nachrichten der STH Basel und Vorträge zu hören. Wie zu erwarten, waren vor allem Ehemalige da, die nicht mehr als einige hundert Kilometer Anfahrtsweg hinter sich bringen mussten. Das hinderte aber nicht, dass ganz verschiedene Horizonte die Diskussionen belebten. So waren da Personen mit Erfahrung in Japan, Kamerun, Tanzania, Lesotho, Frankreich, den deutschsprachigen und anderen Ländern vertreten. Und die Arbeit, in welche Gott die Einzelnen stellt, hat eine grosse Bandbreite: Gemeindebau in Landes- oder Freikirchen, Evangelisation unter Esoterikern, Evangelisation unter Südslawen in der Schweiz, verschiedenen Engagements in der Privatwirtschaft, Seelsorgedienst, Schulung christlicher Führungskräfte, theologische Ausbildung (inkl. das ganze Team der STH Basel), christliche Literaturarbeit, Missionarsbetreuung in Missionsgesellschaften und sicher noch viel mehr.
Der offizielle Inhalt war von drei Punkten geprägt: Neuigkeiten der STH Basel, einem Vortrag von Jürg Buchegger zu Spannungsfeldern im vollzeitlichen Dienst und einem Vortrag von Gerald Häde zur missionarischen Herausforderung Europas.
Hauptsächlich um die vorgenommene Neustrukturierung der STH Basel, das Akkreditierungsgesuch und das Qualitätsmanagement drehten sich die Informationen von Jacob Thiessen und Stefan Schweyer. Die Ehemaligen konnten so einen Einblick erhalten, wie sehr auf der ganzen Linie an der Qualität der Ausbildung gearbeitet wird, strukturell sowie inhaltlich. Dies geht mit dem Akkreditierungsverfahren Hand in Hand. Die Hochschulkonferenz der STH Basel (dazu gehören die Fachbereichsleiter, der Rektor, der Prorektor und der Leiter Administration) bildet dabei sicher ein Herzstück. In diesem Gremium arbeiten die Fachbereichsleiter mit vereinten Kompetenzen an den wichtigen Fragen und Projekten. Jacob Thiessen stellte auch das neue Team, das für die Planung der Ehemaligentreffen zuständig ist, vor. Dazu gehören Reinhard Dannecker (Koordinationsleiter), Eckhard Gab (bisher), Corina Meier-Studer und Christopher Hadisaputro. Für das Engagement gilt ihnen ein herzlicher Dank.
Die Spannungsfelder im vollzeitlichen Dienst stellte Jürg Buchegger anhand der Themen „Theologie“, „Gemeindebau“ und „Ich selbst“ dar. Sein Ausgangspunkt war dabei seine Tätigkeit als freikirchlicher Pastor. Paare wie „Wort – Geist“, „Indikativ – Imperativ“, „Text – Thema“ leiteten nach einleitenden Bemerkungen zu 1. Tim 4,6-16 die Gedanken zur Theologie. „Innendienst – Aussendienst“, „Leiten – Verkündigen“, „Alt – Jung (oder andere Kulturunterschiede), „gesundes Wachstum – kurzfristiger Erfolg“ gaben die Stichworte beim Gemeindebau. Und zum „Ich selbst“: „Christ (eigene geistliche Identität) – Pfarrer (öffentlicher Dienst)“, „Familie – Beruf(ung)“ (z.B. Familie als Bewährungsort und auch die Frage, wieweit die Familie meine Berufung teilen muss), „Nehmen – Geben“ (der Praktiker ist in Gefahr, seine „Munition“ aufzubrauchen, der Theoretiker hingegen in Gefahr, nur aufzunehmen). Diskussionsbeiträge kamen zu „Gemeinde – Öffentlichkeit“ aus landeskirchlicher Sicht und zu „Gemeindezucht – Bestechlichkeit“.
Gerald Häde führte in Fragen zur Mission in Europa ein. Er ist Europa-Verantwortlicher der Deutschen Missionsgemeinschaft und war vorher Missionar in Frankreich. Mission in Europa wird von den einen in Frage gestellt, von den anderen als zu schwierig betrachtet. Eine seiner Informationsquellen zur Situation in Europa war www.religionsmonitor.com. Die religiösen Statistiken sehen nicht sehr ermutigend aus. Aber Gott kann handeln. Es braucht in Europa vorgelebtes Evangelium, mutige Verkündigung, eine Erwartungshaltung an Gott, neue Formen der Mission, Partnerschaften und Zusammenarbeit mit nicht-westlichen Missionaren. Missionare brauchen ein Herz für Menschen, echtes Interesse an anderer Kultur, Bereitschaft zu lernen, Innovation, Ausdauer, Demut und nicht zuletzt eine Berufung. Kontakte mit Christen in Urlaubsländern, Kurzzeiteinsätze, Einladungen von Christen aus anderen europäischen Ländern und anderes mehr können das Interesse wecken. Mission sollte auch ein Thema in Predigten sein.
Bleibt zu hoffen und zu beten, dass die STH Basel weiterhin ein Werkzeug in der Mission in Europa sein kann, dass sowohl das Team der STH Basel als auch wir Absolventen und Absolventinnen in Spannungsfeldern vor und für Gott leben können, und dass die aktuellen Vorhaben der STH Basel wie das Akkreditierungsverfahren von Gott zum Besten geführt werden.