Paradigm Change in Pentateuchal Research

Tagung an der STH Basel, 16.-18. März 2017

Der Pentateuch bildet sowohl im Judentum wie im Christentum das erste und grundlegende Stück der Bibel und ist damit das grundlegende Dokument westlicher Religionsgeschichte überhaupt. Das heute vorherrschende Paradigma zur Erforschung des Pentateuch in den Bibelwissenschaften stammt aus dem 19. Jahrhundert und bildet einen Grundpfeiler der Bibelwissenschaften und der Rekonstruktion einer Geschichte des alten Israel. Dieses Paradigma erstreckt sich sowohl auf die Erzähltexte des Pentateuch wie auch auf die Rechtssammlungen. Es geht davon aus, dass der Pentateuch über eine längere Zeit komponiert wurde, mit den drei wichtigsten Hauptetappen JE (aus der Zeit vor dem Deuteronomium), D (Deuteronomium, im Kern im 7.Jhd. entstanden) und P (priesterliche Texte, exilisch-nachexilisch). Dieses Paradigma hat sich mit Julius Wellhausens «Prolegomena zur Geschichte Israels» (1878) etabliert. Zwar wurde es in vielerlei Hinsicht modifiziert, zudem ist es in den letzten rund dreissig Jahren zunehmend in eine Krise geraten; gleichwohl hat bisher kein grundsätzlicher Paradigmenwechsel stattgefunden. Das Ziel der englischsprachigen Tagung ist es, dieses Paradigma kritisch zu diskutieren und zu sondieren, ob ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel aus der gegenwärtigen Sackgasse alter Modelle herausführen kann und neue Zugänge zum Pentateuch zu eröffnen vermag. Die internationalen Referentinnen und Referenten forschen in den Bereichen Bibelwissenschaft, Rechtsgeschichte, Linguistik und Altorientalistik.

Organisation
Prof. Dr. Matthias Armgardt, Universität Konstanz, Deutschland
Ass.-Prof. Dr. Benjamin Kilchör, STH Basel, Schweiz
Prof. Dr. Markus Zehnder, Biola University Los Angeles, USA

Bildnachweis: Moses zerschmettert die Gesetzestafeln (Rembrandt van Rijn, 1659) – gemeinfrei